WortWeltBühne Berlin
Digitales Tagebuch

 Im März 2006 begannen Johannes Jansen und Matt Grau in der Berliner Galerie K mit
gemeinsamen Leseveranstaltungen. Daraus entwuchs die  WortWeltBühne Kreuzberg. 
 
Gleichzeitig die Geburt des Digitalen Tagebuchs. Matt Grau schrieb seit März 2006 in
einem Palm PDA Notizen, Fragmente, temporäre Phasen ... Hier so veröffentlicht wie
niedergeschrieben. 

Schreiben mit dem digitalen Stift ist nicht mit Schreiben mittels Stift auf Papier zu
vergleichen.  Jeder Buchstabe muss einzeln eingegeben werden, d.h. es entsteht
nicht der Schreibfluß, der bei der Handschrift oder dem Tippen auf einer Tastatur
erreicht werden kann.

Zudem erkennt der Palm nur das eigene Graffiti Alphabet, dieses muss erlernt und
so eingegeben werden. Ist aber nicht sonderlich schwer. Notfallss nützt ein kleines
Tastatureingabefeld, das den Schreibfluß allerdings noch mehr aussbremst.

"Um annähernd einen Schreibfluß zu erreichen, schreibe ich in kleinen Buchstaben
oder auch - zum Vorteil bei Lesungen - in Großbuchstaben. Satzzeichen und
Rechtschreibung bleiben auch oft auf der Strecke.

Und das soll alles von mir sein? Die Schreibfehler von der Eingabe mit dem Stift herbeigeführt, ok, doch führt der Stift auch meine Gedanken zu digitalen Buchstaben?
Nimm es, wie es ist. So kann es gesagt sein. Hier die Einträge von 2006."







Die einzelnen Tageseinträge indivuell wählen:

04032006 05032006 08032006 12032006 13032006 14032006
15032006 17032006 18032006 04042006 12042006 13042006
14042006 30042006 01052006 12052006 10062006 14062006
15062006 16062006 03072006 11082006 08092006 11102006
13102006 28102006 17112006 18112006 20112006 04122006





04032006 

wie da mit dem schreiben

welch lager wessen

der Frühling naht

im görlitzerpark schmilzen die Eisflächen,

Sonnenstrahlen.

Im Süden Deutschlands fällt seit 19std ununterbrochen Schnnee.

Schnnechaos Brennpunkt Sondersendung.

In der Sauna schwitzen. Soll man da nicht gucken, wenn die schöne nackte Frau sich offensichtlich rekelt. Mich anlächelt. Wie: Wohin gehts du?

Später.

Eine schöne Frau ist einfach nur schön, Und sie

ist nicht deshalb so schön, um dir den Kopf zu verdrehen und dich von der Meditation
abzuhalten, belehrt uns der Buddhismus.

Weiter schwitzen.

Ayran nach der Sauna.

Bulgur mit Möhren

und Sojawürstchen.

Afri Cola.

Audiomatterial. sichten. hören.

Geräuschkulisse im Vergnügungsarial von Pattaya.

Come in Sexy Men. Only have a look.

Dann Grillenzirpen.

<

Beckett wiederholt

reszitiert.

Was wäre die Welt

(der Literatur)

ohne Beckett?

Geht gar nicht. Die Frage kann so nicht gestellt werden. Fragen so stellen, dass der Befragte antworten kann.

Technobassgeknarze 

und die Bassdrum

auf der 1 und dann die Hihat. Im offbeat. Genau so, so und nicht anders.

Damit das mal ein für alle mal klar ist.

ich allein mit der Fernbedienung. Powerzappen. Mittels  andauerndem Daumendruck auf die ProgrammPfeiltaste schaffe ich bis zu 3 programme innerhalb einer Sekunde zu sehen. Objektiv gesehen bringe ich damit meine Augen, mein Aufnahmevermögen und den Fernseher auf Hochtouren.

Fasziniernd finde ich die Tatsache, dass mit einem Frame per second, indem beispielsweise mattgrau geschrieben steht, das Auge dies aufnimmt aber das Bewusstsein nicht wirlich, es brandmarkt sich ins Gedächtnis, wird dieser Trick mehrmals angewandt.

Bei Robert Lemke gibt es ein halbes nein, dass nicht zu zählen ist. Dann aber doch: Ja, es ist Heino.

Die Sendung ist von 1973. Da gab es nur diesen einen Heino. Die Brille behält er die ganze Zeit auf. Dann singt

er live Am Brunnen vor dem Tore auf Wunsch von Lemke. Heino spielt dabei auf einer schlecht gestimmten Gitarre,

die Lemke Laute nennt.

Sonst wie immer: Titten, Töten, Tiefschlag, Telewerbung. Bei Verkaufswerbesendungen bleibe ich gerne kleben. Sehr gerne. Schauen Sie, das habe ich für Sie, liebe Zuschauer haeute extra und nur für sie mitgebracht. Mit vielen Zusatzfunktionen, die es nur hier gibt. Schauen Sie auf diese wunderschöne Verarbeitung.

Am Besten gefallen mir die Angebote für Heimbaufachartikel.

Da stehen dann ein Reporter und ein Vorführer, Bohrmaschine und diverse zu bearbeitende, genauer zur öffentlichen Zerstörung freigegebene Materialien von Holzltischen bis Titanplatten, die nach und nach mit großer Begeisterung und Gelärme durchlöchert werden.

Klasse sind auch die Sendungen wo Hornhaut abgetragen wird oder Frauen mit Gesichtsmasken in Nahaufnahmen. Das allerbeste bei diesen Sendungen ist, dass sie nicht von Werbeblöcken unterbrochen werden.

Na dufte, schon wieder mal 6Uhr morgens, Wenns noch mehr Frühling wird, dann kann ich wieder mit den Vögeln ins Bett gehen. Oder sagt man das jetzt auch nicht mehr? Immer schön auf die Bodenhaltung achten, Nicht abheben und nichts mutwillig zertrampeln. Was soll denn jetzt noch  passieren. Ausser das der Strom ausfällt.....

05032006

Stöhnen.. Ob es Am Sonntag liegt? Sagen wir mal ja. Ja.

Nasskalt mit Starkschnee. Ist das auch im meterologischen Vokabular vorhanden? Und in diesem Zusammenhang:

IST Starkregen

identisch mit starkem Regen

respektive Regenfällen?

Überhaupt die neue deutsche Rechtschreibung! Seit knapp 10 Jahren ist die deutschsprachige Schreibkultur in allen Belangen ein Touwabo! Gleich hinterher: Wie wird das geschrieben?

Dass Müllloch mit 3 L geschrieben wird, find ich persönlich sehr ansehlich. Dass das scharfe s, also das ß nicht mehr bei dass geschrieben wir, brachte ein einziges Durcheinader. Ich habe in den letzten Jahren die dollsten das und dass gelesen, so dass ich mich frage, ob das dass das dass war oder bleibt das dass mit 2 S?

Irgendwie peinlich könnte es mir sein, dass ich der ndR folgend in persönlichen Anreden, meist in Normalbriefen, denn in privaten emails schreibe ich sowieso alles klein, 

das Du klein geschrieben habe.

naja. so isses eben.,

IM STEINBRUCIH

HYDROPNEUMATISCHE FEDERUNG

ölgekühlte lamellenbremsen

vollautomatisches siebeganggetriebe

1reifen 4000€

vor dem großen knall

wenn man an der eigenen sache zweifelt, das ist nervenkrieg pur

Stöhnen.

 Bin verwirrt nach all dem Wahnsinn. Aber auch frohen Mutes und wenn auch nur, um mir gut zu zusprechen.

08032006

willkommen in meinem Wahnsinn.

Das werde ich dem Gast morgen sagen,

dann brauch ich jetzt  nicht weiter rumräumen.

Jedes Herumräumen eine weitere Vertuschung

eher noch Vertiefung in das eigene Chaos.

„Bei mir siehts auch schlimm aus. Geht doch noch.“

 

„Bei dir ist es aber schön aufgeräumt.“ -

„Bei ihm ist es doch immer schön aufgeräunt

und ordentlich.“

Das war der Höhepunkt. und das  Sagte

eine Frau zu ihrem Freund bei mir im Zimmer...

Das ist gar nicht so einfach und superklasse,

Künstler zu sein. Das denke mal keiner.

<

Nicht nur, dass man kein Geld besitzt,wenn man nicht ständig heruasposaunt, man sei der Beste und die Idiioten glauben einem das auch noch. nein, nicht nur kein Geld, sondern auch den ganzen Wahnsinn um einen herum haben ,  der nach Struktur schreit.

Ja bitte, wer oder welche strukturiert mir denn meine Kunst?

Mir kommt das immer alles so zugeflogen....

und dann fließt es heraus

Verdächtig, verdächtig.....

11032006

Im Zug. Durch Schneeböen gefahren.

Spricht man jetzt auch vom Jahrhundertwinter?

Mehrmals beim Blick aus dem Fenster "Ich fasse es nicht" Gesagt. Wie auch? ich sitze ja auch im Zug.

Großartige Landschaftsbilder in Brandenburg. Tiefverschneite Weiden und Felder mit sich aus dem Wolkenbild herauszwingender Sonne, die wie in einem

roten Ball im weißgrauen Himmel in ihrer Lücke entschwindet.

Zwischen Wolfsburg und Hannover feuchtere Schneedecke

Auf einem Feld steht ein Wassersprenkler, der das bechneite Feld sprenkt!

Letzte Reihe im Raucherabteil. Überall reserviert. Vergessen, dass in Hannover CeBitMessezeit ist. 

Ein Platz reserviert. Für einen rauchenden Computerfreak. Und ich sitze hier und tippe auf die faltbare Palmtastatur.

In Niedersachsen kein Neuschnee auf den Bäumen.

12032006

Pökelsud aus gewachsenen Fleisch.

Ha, ge, mei, des schmeckt.

Da brauchst a go koan Brodal dazu.

Schön verpackt nach Hause

Medaliien kriegt ni jeder na.

könnwa weiteressen.

mei, ein gedicht. 

Sommersonne Bräunungskapseln.

8 Betacarotine

13032006

Vollmondnacht. Bitterkalt und schneidend die Luft. Vollmondnacht ich Nachtschwärmer bleib da länger wach.

Musizieren ist einfacher in der Erzeugung als das Schreiben. Brain to midi für musiker, so dachten wir.

Besser heutzutage brain to usb.

Schreiben ist Königsklasse.

Schreiben ist wie im Steinschlag Wörter ausmeisseln. Schreiben ist manifestieren. Alle die, die lesen können,

können das Geschriebene aufnehmen  und je nach Konstitution verarbeiten. Ja, na und , was soll das dann.?

Hinke ich dem hinterher, was ich zu schreiben hätte?

Ich denke ja. Vor 25  Jahren schrieb ich Tagebuch.

Meist Tag für Tag respektive Nacht für Nacht. Immer mit Unterschrift. Irgendwann wurde es weniger.

Jahr für Jahr und Jahre gar nichts.

Heutzutage wird Tagebuch im WWW Internet geführt.  Habe noch keines kontinuirlich verfolgt, nur ab und zu sporadisch das Tagebuch der letzten King Crimson Tour.

Auch die ständige Präsenz in einem Forum konnte mich bisher nicht jucken, eher als Zeit-und Geldfrassmaschine empfunden in den Stunden. Zuviel Cyberspace kann gefährlich sein. Man sitzt vor dem Bildschirm und beschäftigt sich mit nichts anderem als dem Geschriebenen anderer und dem Mikrokosmos im Globalen Überall.

Alsbald man etwas zu einem sogenannten Thread von seinem Gehirnbrei mittels Tastatur in das Eingabefeld dazutextet  oder gar neu verfasst und auf submit drückt, wird es veröffentlicht. Ist folglich von allen Forummitgliedern, aber je nach Passwort verschlüsselung auch von mehreren, sprich der gesamten WW Welt ablesbar.

Immer noch Vollmond. NTV Sendet Bericht über die Halle, in der der Cargo Lifter gebaut werden sollte und dann Tropical Islands eingebaut wurde. 4000 Besucher täglich. Auf Dauer zu wenig. Im Jobpaint Neukölln  hingen vor ein paar Tagen Jobs u.a. als Animateur im Maskottchenkostüm aus. Gehalt laut Vorstellung und Vereinbarung. Dachte ich auch schon...

<

jeden Tag 1 std hin 1 std  rück und zwischendurch im schweren kostüm schwitzend herumalbern. 

Seltsame Zeiten.

Auch wieder 5h

DerChefpfleger persönlich, ein alter Freund, kommt um 11.30h zu meinem Vater. danach will meine Mutter mit mir

in der öffentlich zugänglichen und privat bewirtschafteten Polizeikantine zu Mittag essen gehen.

Und ich esse kein Fleisch.

Und das wird wieder ein doller Tag.

14032006

Kalte Nacht. Immer noch der Winter.

Tee. Heizkörper auf Vollgas.Doch den Fernseher eingeschaltet

Bei Kerner kochen 4 Köche

und eine Köchin

eine Prise orientalisch.

Zum Schluß wird mit dem Publikum aufgegessen und alle sind zufrieden.

Frontal21 berichtet über Arbeitslose

und das es immer schlimmer wird.

Bald zu wenig Arbeitnehmer, zuviel Alte, Grundrente nicht sicher. Resultat:

Armut im Alter.

Die FIFA als Chef in Deutschland. Bäckerverband fragt sich, ob er Weltmeisterbrötchen unter diesem Namen weiter verkaufen kann. Im Umfeld der WM Stadien darf keine nicht von der FIFA liszensierte Werbung sichtbar angebracht sein.

Die Platzhirschen wie CocaCola und adidas kauften sich sozusage in die FIFA WM ein.

http://www.wmbegleiter.de

das war doch ganz gut gedacht. Und nun? Bald schon davon abgerückt, selber die WM-Fans zu begleiten.

Aber eine sozubenennende andere alternative Stadttour, Party, Museumsbesuch anbieten und organisieren, ein paar Sponsoren und dann läufts. Na schön wärs.

Jetzt denke ich, dass die Seite

trotzdem ans netz gehen sollte.

Als reine Fan-Begleiter seite, auf der selbstentworfene Logos und Maskottchen auf 

T-Shirts und  Tassen angeboten werden und die Fußball WM mit Spielplan und allem was dem Fan am Fußballherz liegt begleitet.

Auch denkbar ist eine seite über all die, die  Arbeit, Vergnügen was auch immer im Zusammenhang mit der FIFA FußballWM 2006 in Deutschland anbieten wollten, aber laut FIFA strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie die MArkenrechte nutzen.

Du bist nicht

Deutschland.

Du dienst FIFA!

Eines Tages werden nur noch sogenannte Offizielle,  geladene Gäste, Sponsoren und einige WM Ticketverlosungsgewinner in den Stadien sitzen.

AltersWG als bessere

Möglichkeit erkennt

auch  Frontal21.

Bei nano dann der simulierte Katastrophenfall in Berlin

zur FußballWM.

Seit dem Mauerbau hat es eine Übung dieser Art nicht mehr gegeben.

Es muss noch viel geübt werden.

Bei allen Einsätzen, insbesondere dem Chemieanschlag auf Bhf Gesundbrunnen, überwog die Unkoordiniertheit.

Da gäbs doch merhr Tote im Enstfall.

OPFER Darsteller der Übung hatten sich in wärmende Zugabteile mehr oder weniger geflüchtet. Das die Übung abgebrochen wurde, erfahren sie erst stunden später.

15032006

Den Tagesverlauf über denkend, dass ich nicht morgen,

am Donnerstag  zurück nach Berlin fahre sondern Freitag.  Dann habe ich einen Tag länger Zeit für die Eltern und vorallem der ärztlichen Betreuung.

Allerdings komme ich dann auch am selben Tag zurück,

an dem ich abends die Lesung mit Herrn Johannes

Jansen halte.  Eine Vorbereitung ist eine Vorbereitung.

Überhaupt Betreuung. In NRW, spezifisch Hagen, gibt

es mittlerweile Begleiter. Vielleicht gibt es die auch in

der ganzen BRD, aber nun erst weiß ich davon.

Voraussetzung  für einen Begleiter  ist allerdings, dass

man gesellschaftlich nicht integrierbar ist. Das gilt so ab Depressionen im stillen Kämmerlein bis zu öffentlichen Ärgernissen mit anschließendem Psychatrischen

Stationsaufenthalt .

Nähere Angaben, wie z. B. dass keine Besserrung der psychischen Labilität bei zwei Männern aus meinem alten Bekanntenkreis  zu verzeichnen seien,  hören sich nicht

so vielversprechend an. ich glaub ich begleite und betreue mich  besser weiterhin selber.

Denn:

Du bist dein

Begleiter.

Sei selbst

dein Bester

Betreuer

Nun Mitternacht. Knapp eine Woche in Hagen. Die Stadt mit der höchsten Einwohnerabnahme.

Anfang der 1990er noch um die 235.000 Einwohner, im Jahre 2006 unter 200.000 Einwohnern.

D.h. pro Jahr ca. 2300 Menschen zusätzlich weniger. In 15 Jahren 35.000 ....

17032006

Wieder im Zug. Stehend. Mein Sitzplatz ist entgegen der Fahrtrichtung in der 1.Klasse mit Teppichboden im Gang zwischen den Türen auf der Reisetasche.

Porta Westfalica, die ist während einer Zugfahrt besser

zu sehen als bei einer Autobahnfahrt. Vaters Auto in der Garage. Ich dachte, eine Autofahrt bei Schnee/Regen

am Freitagnachmittag sei auch nicht das Streßfreieste.

Abends eine Lesung, da ist eine Zugfahrt bestimmt angenehmer.-Doch . dass Bistro und Raucherabteil 

überfüllt  sind, dachte ich nicht. Mehr Wagoons an starkfreqentierten Tagen oder Wiedereinführung der 3.Klasse zusammen mit den H5N1 Hühnern

 Bis in die 1980er Jahre gab es noch Gepäckwagoons.

Da konnten wir uns manchmal auch ablegen. Wir

zeigten unsere DB Ausweise und für manch einen

Schaffner war es sowas wie Kollegenehre uns dort

sitzen zu lassen.

Einmal im alten 6-Sitzplätzeabteil waren wir zu dritt.

Bereits in München luden wir einen Schaffner auf Feierabend. Bier und Schnaps ein. In Augsburg stieg

der gute Mann sternhageluoll aus. torkelte verstört

und  orientierungslos über den Bahnsteig. Wir hingen staunend am Fenster. prosteten und winkten ihm noch

zu, doch er vernahm es nicht und wankte von dannen...

Was für ein doller Feierabend. 

Ein BWSoldat stieg in Hannover aus. so ist mein Bahnfahrcomfort nochmals gestiegen-ich sitze jetzt in Fahrtrichtung Berlin mit Fensterblick in der 1.Klasse

mit Teppichboden im Gang an der Tür.

Willkommen in Wolfsburg. Im Jahre 2003 kam ein neuer
VW Golf von den Fließbändern auf den Automarkt und zu diesem Anlaß wurde Wolfsburg in Golfsburg umbenannt. !von Strassenschilder über Briefköpfe bis zu Bahnhofsschilder. Ich habe es mit meinen eiyenen Augen gesehen. Daran. das auch die Ansage . Willkommen in Golfsburg lautete, erinnere ich mich nicht.

Ein Kaffee im nicht mehr ganz vollen Bistro wärmt mich

auf. so dass ich, wieder auf meiner Reisetasche sitzend

die letzte Strecke relativ gelassen verbringe.

In NRW lag kein Schnee mehr. In Brandenburg erinnern mich der Schnee und das kalte Klima an eine Zugreise

von Belgrad nach Graz.

Wirhatten uns ganz westlich dekadent in der damals

noch sozialistischen Hauptstadt Jugoslawiens die

Bäuche vollgefressen und den Schädel blöd gesoffen

und glotzten im Zugende stehend in die kalte Alpenlandschaft  Sonntagsmorgens waren wir

dann die subuersive asoziale, ungern gesehene

Attraktion in den Cafes von Graz.

Und jetzt wieder Berlin 2006

18032006

wieder da.

guck ich.

ob alles

da ist.

04042006

Der erste Eintrag im digitalen Tagebuch seit dem 
17. März 2006. Dem Tag, an den ich das erste Mal 
zusammen mit Johannes Jansen eine gemeinsame 
Lesung hielt.

"Dann ist das ja gar kein Tagebuch, wenn du nicht jeden Tag da rein schreibst." sagte einer. Ja wieso denn nicht?

Es heißt doch nicht Tag-für-Tagbuch. Und wenn ich an einem Tag oder in der NAcht in das sogenannte Tagebuch hineinschreibe, dann schreibe ich an dem tag und größtenteils über den tag. Tagebuch eben.

Auch sagte mal einer, nachdem ich sagte,  beim meditieren habe ich in der letzten zeit immer soviele gedanken und bilder.´, dass ich nicht richtig meditiere.

der scheint mehr darüber zu lesen oder der fungeneration anzugehören als stumm auf einem meditationskissen im lotussitz zu sitzen.

richtig meditieren, das ist auf dem kissen sitzen und die gedanken vorbei ziehen lassen. denn dann haben die gedanken-bilder erst recht zeit sich zu entwickeln, da ja nichts von der aussenwelt jetzt  wichtig ist...

Die Vögel stehen jetzt später auf, was aber nicht stimmt. die uhr ist um eine stunde vorgestellt.

sommerzeit.

die vögel stehen so auf,

wie sie aufstehen.

Ich frage mich ohne wertung über den gesang, warum die vögel nach dem wachwerden morgens ein solches morgenkonzert veranstalten, In dem Ausmaß begrüßen keine

anderne Lebewesen den Tag. Kein Hund bellt unentwegt sofort den Tag an, die Wölfe in den wäldern und den Filmen und Tarzan, wenn er am Lianenstrang von Baum zu Baum springt, ok, da geht auch was. aber doch alles nichts gegenüber dem kollegialen Vogelgezwitscher in der Frühe beim Sonnenaufgang.

Ein Vogel zirpt morgen für morgen in einem durchdringeneden spitzen hohen ton. ich habe inzwischen mitgefohl mit ihm. die anderen vögel können sein gelärme auch nicht so angenehm empfinden. und vielleicht wird er isoliert und weiß gar nicht warum!

ich vermute, es ist ein fink. die kohlmeise hatte ich auch

schon vermutet, aber ob die im innerstädtischen bereich noch vermehrt vorkommt?

Vielleicht ist es auch soetwas wie ein Notschrei. Wie die Notreife bei den Bäumen, wenn sie krank und vom Tod bedroht sind. Oder wie die Birken, die in städtischen Gegenden bedroht sind und eine Überproduktion an Blütenpollen produzieren. Was den Allergiker zum Verständnis bringen kann...

5.10h sommerzeit.

Lieblich, wie eh und je,

beginnt die Amsel als erste mit dem Gesang.

Dann mischt sich grob lärmend eine Krähe dazwischen.

Dann wieder 

Solo

die Amsel.

12042006

6:50 h, 10 vor sieben, guten morgen, mein liebes digitales tagebuch.  Wenn ich zu den Zeiten, zu  denen der ehemals überwiegende Teil der sobezeichneten 

Durchschnittsbevölkerungsschicht

zur Arbeit geht, immer noch wach bin, wird das doch fast durchweg nachts geschriebene wieder zum Tagebuch.

Gestern noch verrückter; um 11 Uhr morgens ins Bett. Das Gestern wäre sogesehen das Heute, schriebe ich am Ende des Tages, wasja auch unabhängig von den Bettzeiten geschehen könnte.

Wie vorletzte Nacht hatte ich  den kophhörer auf und bollerte und schraubte an der mc303 die technowalzen.

seitdem meine werkschau läuft wenig zeit zum musizieren. 

im zeitdelta. fortdsuernd irgendwelche werbung und infos mails für die werkschau und veranstaltungen,  telefonieren.

haushalt, putzen wäsche.

vor meiner mülllesung

am letzten freitag

putze ich die wohnung.

putzen ist auch zen.

dann ein anruf aus portugal.

von meiner lieblingsfrau.

ein alter freund,

ex junkie,

kriegten

die letzten Hunde

nicht,

aber der Alkohol.

Der letzte Suff: auf den Hinterkopf gefallen, Blutgerinsel, tot. Liegt in Alentejo auf dem Friedhof.

2 tage vorher der anruf eines anderen lieben Freundes. den Krebs und AIDS. zunnehmend auffressen.

Und des Samstags auch noch Todesfurcht als einer bei den Vorführungen meiner Müllvideos die Augen verdreht und bewusslos wird. was geht hier ab, denke ich.

Blödsinn

Zahn der Zeit nennt sich das, Alter.

Die Notgemeinschaft der deutschen Kunst will mich nicht finanziell unterstützen. Reiht sich alles ein in meine Vita.

Von Ablehnung bei der HDK, gescheitertem Abitur im 3. Bildungsweg über Hörsturz als  Betriebsratsvorsitzender so einiges dabei.

Und Nachtkünstler,

oder wie oder was.

mal ins BETT,

könnte schon wieder

mittags aufstehen müssen.

schlafen kann ich

wenn ich tot bin,

sagte fassbinder.

der schläft schon

lange.

hätte auch noch was

länger

wach bleiben können.

ich schon wieder zu lange

wach

 

hallo.

Hallo!

den noch:

muss schreiben

um des schreibens

willen,

der worte und orte

und weil ich am freitag eine lesung habe

und ich lese aus dem digitalen tagebuch.

nicht aus dem privaten,

denn das führe ich nicht.

13042006

Digitales Tagebuch,

13.April 2006

2 uhr und 11 Minuten.

Bewölkt.

Dahinter der Vollmond,

Wach, na klar, aber was heißt das schon. Wachsamkeit, Wachsamkeit. Wachsamkeit. Darauf kommt es an.

Das ist wichtig.

Was nützt das wach sein, wenn ich, wie vorhin, blöd durch die Wohnung latschend und durch die glotzend, achte ich nicht auf

den Minidiskplayer, der sich  unverhofft in Bewegung setzt und mir aus der Hand gleitet.

Mit höchster Panik und ebensolcher Reflexartistik werfe  ich den Minidisk wie einen Ball ein paar mal hoch, und bekomme ihn dann letzteblich zu greifen.

Bei der ganzen Adrialienausstoßattake höre ich weiterhin das zuvor aufgenommene.

Minimonster technosound.

Das letzte Biest am Himmel

als Technoversion auf meine

Art mattgrau.

und dann noch der Soundverdreher und der Track mündet in Becketts Textabschnitt:

Am Ende solchen Scheiterns, so langen

Scheiterns mischt der Wahn sich ein. 

Ganz große Literatur. Ich bemühe mich dazu ganz großen Techno zu kreiren.

Man kann sich aber auch irren, Als ich Mittwoch abends noch mit Flyern und Plakaten sozusagen wieder mal in der eigenen last minute Richtung Markthalle zum Aldishop unterwegs war, erzählte mir jemand, wo gute Ärzte sind. Gut zu wissen, bei meinem Lebensstil.

Wie auch jetzt spürbar.

Halb wach, halb doof.

Und doch für meinen Rhythmus noch zu früh fürs Bett. Und diese selbstaufgelegte Verpflichtung zu schreiben. Über dem, das sich immer anschleichende Gefühl von; eh, sach ma hasste ne Macke?

sach ich ja, eine ist ja noch untertrieben.

zweimal auf die fresse geflogen und zweimal wieder zusammengenäht. einmal im fussballtor einmal besoffen
auf dem fahrrad.

immer wieder aufgestanden physisch und psychisch. 

In einem Horoskop laß ich, dass ich mit dem kopf durch die wand wolle, aber die konturen sind nicht ausreichend vermittelbar. ich gebe aber nicht auf.

wie das stimmt.

denke ich,

bemerke ich mich

in meiner werkschau.

eigentlich

wollte

ich

tag

für

tag

da

sein.

stattdessen ein

ART mattgrau

Gesamtchaos

Kunstwerk.

kann gleich nach der Ausstellung der Messibeauftragte kommen.

Oder so eine 1,50 E Jobchance für arbeitslose depressive gesellschaftsgeschädigte und arbeitslose diplompsychodocs.

jeder kriegt 1,50+fahrgeld zum freudjahr. damit sich alle freuen können. die zeit mit seiner psychose und diese auch  bei psycho onkel und tanten und  in gruppen zu verbringen,  ist nach wie vor gefragt. Meines wissens laut Gottfried Benn ist es nur eine kleine Haardrehung, die den Patienten selbständig ohne Psychosen leben lässt.

Das kann ich mir auch vorstellen.

Nur für den ganzen Haufen, der andauernd zu Psychositzungen geht, scheint es nicht soviele Therapeuten zu geben, die diesen Kunstgriff beherrschen. 

Gleich in diesem Zusammenhang.

Kunst ist Therapie. 

Auch wenn Kunst schuld sein muss.

Kreativität fördert die Lebensqualität. Ich habe jetzt kaum Zeit für Depressionen. Aber auch schon vor der werkschau konnte ich die ganz gut kaschieren.

du bist ein witziger typ!

na, sehnse. mmmhhmm

aber zweifel.

verzweifelt verzweifelt

der verzweifelnde zweifler

zweifelnd an seinen zweifeln.

warum  tue ich mir das alles an?!

in den großen schriften der menschheitsgeschichte heißt es:

wenn du ein talent hast, musisch, künstlerisch bist, trage es nach aussen, gebe es weiter , lass andere dranteilhaben, bereite Freude.

wie auch immer,

in diesem sinne

ich mach weiter,

immer weiter.

und jetzt mal

schreibpause.

danke.

liebes digitales Tagebuch.


14042006

Digitales tagebuch 14. april 2006 4:57h

rund um den Vatikan herrscht bunter Trubel. Papst Benedikt 16. feiert sein erstes Osterfest als katholisches Kirchenüberhaupt.

ich feiere

Samuel Becketts

100. Geburtstag.

und meine werkschau feiere ich auch.

Im Grunde genommen beginnt nun die

letzte woche. Bestandsaufnahme. standortbestimmung. Anerkennung.

Ich wusste gar nicht,

dass du auch sowas machst.

Wie, du malst auch.

Ist das alles von dir?

Sind aber sehr persönliche Bilder.

Die videos finde ich auch gut.

Einer winkt mich ran, kriecht mir fast ins

Ohr, sagt: ich kenn mich aus und fügt fast beschwörend an; deine bilder finde ich sehr, sehr gut. und so dezent.

Irgendwann verstehe ich ihn nicht mehr,

kann ihm auch nicht folgen, auch wenn er entschuldigend anmerkt, dass er betrunken sei.

Kann ich mir auch denken:

Würden sie nicht soviel Alkohol saufen, könnt˙˙˙˙ie a˙˙h ˙˙˙˙twerke˙˙kaufen. p>fo >˙˙˙˙

Aber ich war ja zu Suffzeiten auch nicht anders. Und ich hatte auch noch nicht mal eine Preisliste zur Vernissage. Einer meiner Lieblingskünstlerfreunde schimpfte mich und meine Lieblingsfrau schrieb eine provisorische Preisliste und nummerierte mit roten Punkten.

Die roten Punkte hab ich nun endlich abgeknibbelt. aber neue schilder keene

nich. sonntag zur ostern vernissage

kunstmarkt –

alles muss raus

müssen die aufkleber ran.

hab ich eben keinen Bezug, zum geld, mein vater wenigstens zum geld, zu seiner göße als künstler auch nicht. obschon auch meine mutter nicht begreift, was für einen großen künstler sie als mann hat, erkannte sie, dass mein vater im vorruhestand angelangt für seine hinterglasmalerei zu wenig geld verlangte. wenn ich nichts gesagt hätte, dann hätte er die noch verschenkt. das tat er nicht, sondern beendete die Hinterglasmalerei.

Viele jahre später erst gelang es mir, nachdem ölfarben, staffelei, leinwand und malen nach zahlen nichts bewirkten, mit kleinen Mal-notizbüchern meinen Vater wieder zum zeichnen und malen zu bringen. ganz große bildende kunst in diesen Büchern. ich hoffe, dass er mein vater nach der schweren herzoperation zum geruhsamen lebensabend kommt und noch so viel wie möglich malt.

das muss hier geschrieben stehen und das muss ich vorlesen. dann kann ich ihm sagen, dass hab ich sogar vorgelesen. dann wird er sagen, das hast du vorgelesen? wem denn?

dem publikum, werde ich sagen, und es wartet schon auf deine bilder. wie, wird er sagen, wie soll das denn gehen.

das geht schon,

wede ich sagen,

wenn du malst.

30042006

KEIN LANGES RUMGEPLÄNKEL.

MACHEN ODER SEINLASSEN.

HANDELN ODER DEN GEDANKEN

VERWERFEN.

DER SAMUREI GEBRAUCHT

NICHT MEHR ALS 7 ATEMZÜGE

BIS ZUR ENTSCHEIDUNG.

SEIN ODER SEIN LASSEN

DAS BEZIEHT SICH VORDERRANGIG AUF EINEN SELBST. EINER SAGTE ER BRÄUCHTE KEINE 7 ATEMZÜGE.

UND ER IST

FÜR GEWALT

UND TEILT

AUCH

DEN ERSTEN

SCHLAG

AUS.

DARUM GEHT ES DOCH GAR NICHT!

JEDER SCHLAG EINES SAMUREIS HAT TÖDLICHES.-

UND DAS WEISS DER SAMUREI AUCH.

GENAU DESWEGEN ATMET ER JA AUCH

7X AUS UND EIN UND SETZT NICHT

AUS HEITEREM HIMMEL ZUM TÖDLICHEN

SCHLAG AN.

DARUM GEHT ES.

SICH BEWUSSTSEIN

WAS DAS HANDELN

FÜR FOLGEN HAT UND

GLEICHWOHL NICHT

ZU LANGE ZÖGERN.

01052006

4 Minuten nach 2 uhr,nachts. Köln.

Der 1. Mai verregnet und kalt.

Kein Draussenwetter.

Am Rheinufer dem Wetter

strotzende Ausflügler,

zwischen denen ich mich

mit dem Gastfahrrad meines

Langzeitlebensbeobachter

hindurch steuere.

Auf dem Roncalli Platz zwischen

dem Römisch Germanischen Museum

und dem Dom Hotel, stehen die

Trash People von HA Schult

zum Dom Seitenschiff aufgreiht

12052006

STAU AUF DER A9 ZWISCHEN LEIPZIG UNT ERFURT.

EIN NOTARZTWAGEN SCHLÄNGELT SICH DURCH DIE

KFZ REIHEN EIN HUBSCHRAUBER KREIST.

UND NOCH LANGE NICHT AM EINSATZORT.

NUN DOCH DAS 1.MAL UNRUHE; DASS ICH

NICHT PÜNKTLICH ZURÜCK ZUR LESUNG BIN.

GESTERN NOCH IN DÄNEMARK.

UM HALB 3 UHR NACHTS INS BETT

UM 20 VOR 7 UHR WIEDER AUFGESTANDEN.

YES YES YES

HÖLLE HÖLLE HÖLLE .

EIN PKW ZERQUETSCHT

ENTGEGEN DER FAHRTRICHTUNG.

EIN TRANSPORTER DEMOLIERT.

DANN WIEDER FREIE FAHRT.

NOCH ÜBER 1STUNDE-

FAHRZEIT.

DAS WIRD WIEDER

EIN SPIESSRUTENLAUF

BIS ZUR LESUNG.

OBWOHL ICH GENUG ENERGIE HABE –

ETWAS MEHR STUNDEN AN SCHLAFZEIT

KÖNNTE AUCH GUT SEIN.

ICH MAG JA DIESE ART LEBEN -

IN BEWEGUNG SEIN. AKTION ZEIGEN.

AUCH WENN ZU VIELE KOMPONENTEN

AUF EINEM MALE WIEDER ALLES

AUS DEM RUDER LAUFEN LASSEN

ICH FREUE MICH DES LEBENS UND

BIN DANKBAR ZU DIESER ZEIT

AUF DER ERDE LEBEN ZU DÜRFEN.

10062006

DEUTSCHLAND

BEFLACKT

EINE

GROSSE

ALKOHOL

FAHNE

WEHT

DURCH

DAS LAND.

14062006

ENDLICH SOMMER

SONNE WÄRME.

SCHON KLAGEN

WELCHE UND

AUCH JENE

DIE NOCH

VOR 2WOCHEN

ÜBER KÄLTE

STÖHNTEN.

DOCH IST ES SO.-

VOR 2 WOCHEN TRUG ICH NOCH LANGE UNTERHOSE JETZT KURZE UNTERHOSE LANGE HOSE UND T-SHIRT. BARFUSS.

SCHUHWERK WENNS EBEN SEIN MUSS.

IM SAUERLAND BARFUSS IM WALD.

WUNDERBAR DEN BODEN DIE ERDE ZU SPÜREN. FREI NACH THICH NHAT THAN

GEHE SO ALS WENN

DU DIE ERDE MIT

DEINEN FÜSSEN KÜSST.

KUSS KUSS KUSS.

ÜBER KLEINE STEINE ÜBER GEÄST RINDENMULCH GRAS DURCH MATSCH MORAST UND BÄCHE ...

KUSS KUSS KUSS

ALLEIN IM WALD

TIERGERÄUSCHE

FAST WIE IN DEN ALPEN.

15062006

uih.

Mal wieder im Zug. L

etzte Reihe hinten rechts.

Ohne Platzreservierung

im Raucherabteil.

Sitztechnisch geht

da fast immer was.

Fahrt von Fronleichnamregionen

in NichtFeiertagsregionen.

In einem Land.

Frage mich in welchen Staaten ein solches Feiertagsdurcheinander noch besteht.

WOLFSBURG.

Die Stadt in der die Fußgängerzone schnurstracks auf das VW-Werk zuführt.

In den Werkssiedlungen kann der Vorarbeiter dann auch der Hausmeister sein. Da nimmt das Drama sozsagen erst mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb oder dem Ableben ein Ende.

Ist alles sehr strukturiert auf einem Haufen nebeneinader aufgereiht. FuZo, Werk, Autostadt, Bahnhof.

Zack ist der Zug schon wieder weiter gefahren und schon ist kein Wolfsburg mehr zu sehen.

Der neue Hauptbahnhof in Berlin hat keinen Anschluss zur FuZo oder die Stadt. Der steht einfach so dick und aufgebläht im märkischen Sand herum und in unmittelbarer Nähe befindet sich das sogenannte

Regierungsviertel.

Fällt mir auf Anhieb keine weitere Stadt der Welt ein, wo es soetwas nochmal gibt. Als ich letztens mit dem Fahrrad durch diese Gegend fuhr rief ich beim Kanzleramt: wer braucht denn eine Kanzlerin? Vorallem so eine? Und säße da ein Kanzler im Kanzleramt würde ich schreien: wer braucht denn einen Kanzler?

Beim nachgebauten 5 Millionen €uro Adidas Olympiastadion vor dem Reichstag rief ich:

wer braucht den sowas?

Nachgebautes Olympiastadion braucht doch keener. Keen Fußball spielen uff der Reichtagswiese erlaubt, aber n Stadion dahinbauen, wa.

Später beim Aussenministerium angelangt rief ich: wer braucht denn Politik? Braucht doch keen Mensch.

Politik braucht doch nur der Politiker.

Alles abschaffen. Politik, Arbeitsämter, Gewerkschaften, Atomkraftwerke.

Weg damit.

FetteParties in den leerstehenden Gebäuden feiern. Muss ja nicht nur Techno sein. Ich bin ja ein offener Mensch.

Einfahrt Berlin. Von da nach dort bewegt. Bewegung bewegt Beine und Birne.

Ich bin die Bewegung.

Alle Lebewesen sind

Bewegung und Welt.

Und der Mensch besitzt die Gabe des Schreibens und Lesens. Auch wenn ich jetzt mal wieder leichte Schwierigkeiten mit der Tastaturbelegung der faltbaren Tastaur habe.

Neue Treiberdownloaden.

kann man ja alles aufschreiben

und vorlesen.

In der

WortWeltBühne.

Frage ich mich, warum tust du das, sage ich, weil das so ist. Toleranz und Verantwortung für das gechriebene und vorgetragene Wort.

In Nischen, Galerien,

Hallen. Auf Feldern.

SchreibenLesen

und lesen lassen.

Denkt

was ihr wollt,

aber denkt

nicht schlecht.

Macht mit,

macht los,

macht weiter.

Wir sind Bewegung.

16062006

wir sind zu hoch

03072006

IM GRUNEWALD AUF EINEM BAUMSTUMPF RASTEND NACH RASENDER FAHRRADFAHRT VON KREUZBERG HIERHER.

ZUVOR DIE HEILENDEN HÄNDE MEINER OSTEOPATHIN.

WIE BESCHWERLICH MEIN LEBEN OHNE SIE DENKE ICH MEINEN KÖRPER SPÜREND.

DER KÖNIGSWEG IM ANSCHLUSS DER BEHANDLUNG=BARFUSS WANDERN IM GRUNEWALD. DER MÄRKISCHE SAND UNTER MEINEN FÜSSEN WELCH WOHLTAT FÜR DIE DURCHBLUTUNG, DEN RÜCKEN UND DIE KÖRPERHALTUNG. FUSSREFLEXZONENMASAGE

ETWAS MEHR BEWEGUNG, BARFUSS GEHEN IN DER NATUR UND EINE GUTE OSTEOPATHIN DAS IST GESUNDHEITSKONFORM UND ES GEBRAUCHT KEINER GESUNDHEITSREFORM.

BUDDHISTISCHE WEISHEITEN WIE= KÜSSE DIE ERDE MIT DEINEN FÜSSEN UND WIE SOLLEN DEINE FÜSSE DEN WEG KENNEN, WENN DEINE AUGEN IHN NICHT SEHEN VERSCHÖNERN UND ERLEICHTERN.

GENAUSO WIE AUTAN UND PLASTER EINE STÜTZE SIND.

KLASSE IST, DAS DER GRUNEWALD DEN STADTLÄRM SCHLUCKT OBWOHL DIE AUTOBAHN IHN DURCHSCHNEIDET. UND ES IST KÜHLER ALS IN DER STADT.

11082006

...UND ZWISCHENDURCH GEH ICH ZU THOBEN.

SEHR GERNE AN DER POTSEECKE KURFÜRSTEN.

VERSCHWITZT VOM STEUERBERATER

ENDLICH UND BRINGT DOCH EH NÜSCHT,

ABER EGAL .-

UND DENN NACH REGEN UND KÜHLE

KAFFEE UND KUCHEN FÜR 1.25 EURO.-

DAS GEHT NUR BEI THOBEN.-

IN DEN 1980ER UND DEN 1990ER JAHREN NACH DER BRDDR ZUSAMMENFÜGUNG WAR THOBEN GANZ DICK IM GESCHÄFT. NUN GIBTS NOCH N PAAR DAVON.

GUT GÜNSTIG UNND FÜR BERLINER VERHÄLTNISSE ERSTAUNLICH FREUNDLICH.

IM

HINTERGRUND

FALKOS

OUT OF THE DARK

INTO THE LIGHT

08092006

8. September 2006 2. Stunde und folgende

Ist ja fast wie früher. Längere Zeit keine Tagebucheinträge.

Obschon dieses Tagebuch des 3. Jahrtausends anders als das des 2. Jahrtausends ist. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts schrieb ich bevorzugter Weise in linierte Din A4 Hefte, nun im 1. Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts gebe ich die Schriftzeichen vorzugsweise in den Palm PDA ein.

Mal mit Eingabestift, mal mittels Tastatur. Das ist schon ein Quantensprung. Der nächste, das weitere Brechen mit Konventionen, ich schreibe jetzt am Computer. Hinzu kommt, dass ich in den 1980er Jahren nichts aus dem Tagebuch öffentlich vortrug, nur im allerengsten, liebsten Kreise. Nunmehr lese ich dies öffentlich sozusagen vor fremden Menschen vor.

Im Grunde genommen eine gesteuerte Piepshow der Eitelkeiten und Regungen. Ich als Zensor. Der Umsturz der Tagebücher. Nicht das Intime ausgeteilt, der Eintrag als solcher zählt. In das Digitale Tagebuch. Nach einer PDA Lesung wurde ich auch schon gefragt: „Was ist das, ein digitales Tagebuch?“ Das wird nicht die letzte Frage bleiben.

Es gibt keine Fragen, es gibt nur Antworten. Überall Antworten.“ Ja, Herr Jansen, da haben Sie wohl recht. Schönen Dank, dass Sie zur selben Zeit wie ich auf diesem Erdenballe kreisen. Und viel Anthro und Anti gibt es auch.

Und Adorno. Der Theodor. Und Beckett. Der Samuel. Und Der Mond. Und die Sonne. Und die Venus. Letzte Strahlen.

Pluto ist der Planetenstatus aberkannt worden! Es gibt nur noch 8 Planeten. Pluto ist zu klein, um ein Planet zu sein. Andere Meteroiten und Kometen sind größer als Pluto. Von daher wären immer mehr Planeten in unserem Planetensystem dazugekommen. So verlor Pluto seinen Planetenstatus. Dann waren es nur noch Acht.

Wenn das All weiter erforscht wird, verliert auch dann irgendwann die Erde den Planetenstatus, denke ich. Oder vielleicht schon eher. Weil alle Erdlinge verrückt werden. Und das Biosystem mutiert.

Der Tasmanische Teufel ist vom Aussterben bedroht. Die adulten Tasmanischen Teufel leiden unter einem ansteckenden Gesichtskrebs, der den Mundraum lähmt und zuschnürt, woran sie ersticken. Die gesamte Population und das biologische Gleichgewicht sind bedroht. Da kann der Mark durchdringende, spitze Schrei des aasfressenden Teufels der letzte seiner Art gewesen sein.

Mein nächster kruder Gedankengang: Gammelfleich Hyposensibliesierungskuren. In kleinen Dosen die infizierte, kontaminierte Menschheit mit Gammelfleisch reimmunisieren. Aber ich glaube das nicht. Ich radele durch Kreuzberg und rufe fortwährend: „Gammelfleich, Gammelfleich, Gaaaammmelllfleisch. Is düt jeil. Jammelfleisch. Is ja zum jammern. „

Ist aber alles gut gegangen. Freundschaftliche Hinweise, dass man mich auch vom Fahrrad runter holen könne, habe ich angenommen. Ich bin jetzt sogar bei Mirchi, Phantasieaasienlandgastronomiebetrieb, war vormals Kafka, gehobene Gastronomie mit Trinkern, wortlos vorbeigezogen! Gerne schrie ich zu früheren Zeiten: Mirchi, Mirchi, Mirchi, Miiirrrcchhi, Mirchi, Mirchi. So wie Die Leute die Muschi oder den Mecki rufen.

Und zu noch früheren Zeiten, Mitte der 1980er Jahre wurde in solchen Läden gehönkelt! Das Maxwell wollte damals gastronomisches Schnickschnackschickmickiszenelokal sein. Nachdem ein paar Kübel Scheiße in den Laden gekübelt wurden, verzog sich Maxwell nach Willmersdorf.

Gammelfleisch. Symptom für die Verbrauchsgesellschaft! Oder gar schon das Syndrom, also Gammelfleisch als Synechie der Endverbraucher. Einer der Kapitalverbrecher, der Gammelfleischskandalchef, nahm sich bereits das Leben. Unmengen gammeliger Tierkadaver und ein Selbstmord. Von BSE soll man verrückt werden. Wird man von Gammelfleisch gammelig?

4 Jahre altes Gammelfleisch. Eingeschweißt, tiefgefroren. Auftauen, zubereiten, essen, 4 Tage Totalentleerung, 4 Wochen krank, 4 Jahre rumgammeln. Hartz4 Empfänger.

So einfach kanns gehen. Gestern noch Putenbrust, heute Dünnschiß.

Nachts Verkaufsdauersendungen im TV. Wie schön das ist. Sehen sie nur. Ohhua. Nein ist das schön. Das haben wir extra für sie im Angebot. Hier dieses schöne Grußkartenbastelset. Aus so einem wunderbaren, exklusiven Material. Da werden sie ganz viel Freude haben. Schauen sie mal, ahhh, mmmhmm, wie glänzend und geschmeidig und mit dieser Schere können sie Rundungen schneiden, das siehst ganz sehr toll aus. Ich nehm immer sehr gerne das hier, aber sie können auch gerne das nehmen..

Zapp ahhhh, ahhh, ja, jetzt, kommen sie, ich brauche sie jetzt, jetzt, ich werd wahnsinnig, das kann nicht sein, sie, sie, sie hören sie, das kann nicht sein, kann


denn keiner das wort? Ich kann es nicht, kommen sie, so schwer kann es nicht sein. Bei 9live, ursprünglich mal ein Frauenkanal, hat sogar Einen feministischen Preis gewonnen oder sowas, wurde dann verkauft, stehen 2 barbusige Frauen mit hochgebundenen Haaren, einen Sendeempfänger am Arm getapt und zucken vor den Kameras umher. Es lebe das Privatfernsehen. Stulle will Bier und Gammelfleisch und ein Wichstuch für das nächste Worträtsel. Komm schon.

Merkel will nicht nach Libanon, aber Soldaten schicken. Ich will diese Frau nicht. Ich will auch nicht darüber schreiben. Aber diese Frau ist gefährlich, weil sie, egal wie, etwas will, wovon sie selber nicht weiß, warum. Hauptsache sie tut es, am Besten als erste. Seid auf der Hut!

Hier gildet kein gar nichts mehr. FIFA WM 2006 ist Geschichte. Mensch, war die klasse. Sag mal, war das toll. So toll war das.

Wetter, Stimmung toll. Und so ein Zusammenhalt. Und Fahnen und Irokesen und alle Farben und heute blau, morgen blau. Und Zidane sieht zweimal rot. Und wie schön wäre es gewesen. Deutschland FIFA Weltmeister 2006 und Siegesfahrten im Trabant Cabriolet mit jubelnden Bauchtänzerinnen und der Deutschlandflagge als Kopftuch durch die weltoffenen No Go Aerias. Ach wäre das schön gewesen...

Und als ich Wochen später eine kleine Frau sehe, die 5 schritte geht, taumelt, umfällt und das so fortsetzt, denke ich, so trockener Alk, das ist jetzt dein Job. Und aus dem verbeulten, blauen Gesicht kommt ein ainbahstrahe. Und sie hält sich dann an meinem Fahrradlenker fest und ich wackele mit ihr durch den Abend bis zu ihr nach Hause. Da steht eine frau vor der sprechanlage und schreit und kreischt. die Haustür steht offen. Die schreiende Frau kennt die verbeulte Frau. Ich wünsche der schreienden viel Erfolg und sage der Kleinen. Pass auf dich auf. Und denke, scheiß was aufs Karmakonto, aber korrekt war das.

Helfen ist Geben. Also Finale. Geld raus oder Kunst aus. Das ist mein Ernst. Sonst gehe ich wieder ins Kunstasyl. Low Budget, ha. No Budget. This fucking artist living. Geil ists schon. Ich kann Kunst geben, finanzieren müsst ihr sie

Sonst gehen die Lichter aus. Wir sind Bewegung. Tut was!

11102006

DIGITALES TAGEBUCH

11. OKTOBER 2006 2 UHR 23

KANN ICH ÜBERHAUPT NOCH DIE ZEIT

SO WAHRNEHMEN WIE KURZ VOR HALB

DREI UHR NACHTS?

ODER IST DEM NUR SO WEIL ICH ES WEISS?

ICH DENKE, WEIL ICH ES WEIß.

UND WEIL ES DRAUSSEN DUNKEL IST.

UM HALB NEUN MORGENS ZU BETT GEGANGEN, BIS DAHIN AN BACKINGTRACKS FÜR ANDREW UNRUHS MASSENTROMMELEI GEARBEITET. AUFWENDIGER ALS ICH DACHTE. EINEN TRACK FINDE ICH SELBER GRANDIOS. ICH GLAUBE ES WIRD EIN GROßARTIGES UNVERGESSLICHES EREIGNIS. AM 21. OKTOBER 2006 UM 21 UHR IN DER VOLKSBÜHNE.

HIERZU: OHRENSTÖPSEL AM MANN TRAGEN.

EINES TAGES ERWACHTE ICH MIT TROMMELEI.

RAMM TA PAMM TA PAMM

TA PAMM TA PAMM TA

PAMM TA PAMM TA PAMM

TA RAMM TA PAMM.

IRRE. ABER DOCH UM EINIGES BESSER, ALS MIT DENKEN ZU ERWACHEN, SO WIE HANDKE!

ODER NUR MIT

EXISTENZÄNGSTEN,

SO WIE VIELE

UND AUCH ICH.

INEINEMFORT IST DIE NACHTARBEIT MIT DEM KOPFHÖRER WIE STUNDEN IM STAHLWERK VERBRINGEN.

HAT AUCH NICHT VIEL MIT TECHNO ZU TUN.

GANZ ANDERE RHYTHMEN.

ICH MUSS DANN ZWISCHENDURCH PAUSEN EINLEGEN. ABWASCHEN ODER SPÜLMASCHINE AUSRÄUMEN DAS IST GUT. ABER ICH BRINGE ES AUCH FERTIG UND WECHSELE VON DER MUSIKERSTELLUNG AM COMPUTER ZUR MUSIKERZEUGUNG AN DIE ECHTEN HAPTISCHEN SYNTHEZISER. DAS LETZTE WOCHENENDE STUNDENLANG MUSIZIERT. AUCH AUF AKKUSTISCHER GITARRE UND BANDOLINE.

DIE GITARRE IST DIE BESTE FREUNDIN. SIE KANN MAN STREICHELN, IN DEN ARM NEHMEN, LIEBKOSEN, SCHLAGEN UND WIEDER IN DIE ECKE STELLEN UND SIE SAGT KEIN WORT.

KATARAGAMA

DIE HÖCHSTE

KUNST

DES KAMPFES,

IST ES, NICHT

ZU KÄMPFEN.

BEIM

POWERZAPPEN

BLEIB ICH

WIDERSTANSLOS

BEI PHÖNIX KLEBEN

ZUVOR LERNTE ICH NOCH IM WDR, DASS EINE PSYCHISCHE ANSTALT IM BERGISCHEN LAND EINE HALTSTELLE AUF DAS ANSTALTSARIAL ERBAUT HAT.

DIE HALTESTELLE WIRD VON DEN PATIENTEN SEHR GUT ANGENOMMEN. SIE BRAUCHEN JETZT KEINE SPRITZEN ODER ANDERE HOCHDOSIERTE MEDZIN, SIE GEHEN ZUR HALTESTELLE, SETZEN SICH DORT HIN ODER VERBRINGEN DIE ZEIT (AUCH STEHEND) UND WARTEN AUF DEN BUS.

SIE VERSINKEN DANN IN IHRER WELT UND VORSTELLUNG UND MÜSSEN GAR NICHT MIT DEM BUS, DER SOWIESO NICHT KOMMT, IN DIE STADT FAHREN. SIE FAHREN IN IHREN GEDANKEN DORTHIN UND DIE BUSHALTESTELLE IST DER REALE AUSGANGSPUNKT FÜR IHRE REISEN.

IM GRUNDE GENOMMEN EIN ERSTKLASSISCHER LITERATURSTOFF: IRRE WARTEN AUF DEN BUS.

VOM MDR ERFAHRE ICH, DAS EINE ORTSCHAFT IN SACHSEN ANHALT DAS HÖCHSTE AUFKOMMEN VON WASCHBÄREN AUFWEIST. EIN ANWOHNER LIESS IM LETZTEN JAHR 30 WASCHBÄREN VON EINEM JÄGER EINFANGEN .

13102006

Noch eine Stunde bis zum Treffen. Die GalerieK in diesen Räumen nur noch bis zum 31. Dezember 2006. Und dann?

Ich bin für einen Kultur Puff. Kunst ist Prostitution. Und ein cooler Puff ist doch eine tolle Sache. Wegen mir auch mit lebenden Rubensbildern. Nachgestellt, aber dafür zum anfassen...Überlegt euch das mal....

Ansonsten, gelassen bleiben. Mittwoch in der Konfusion mit Flyern und Plakaten smse ich gleich 3 liebe Menschen.

Eine Freundin schreibt: Kopf hoch, wachsam sein. Die andere: brauchst du hilfe, ich hab zeit. Und der andere schreibt: text für zeitung zu deiner ausstellung in mannheim muss geschrieben werden – bin selber konfus. Die eine hilft mir dann tatsächlich und sagt auch kopf hoch. Das tat gut. Danke.

Ich bin doch wieder aus meinem Wolkenkuckkucksheim heraus für die Musik/Kunst/Schriften und nicht für allen anderen Firlefanz. Bitte um Verständnis. Nicht um Forderer, sondern Förderer, keine Neider, sondern Gönner... das übliche eben.

Donerstag dann zusammen mit meinem Zen Meister. Eigentlich Bruder. Zennovizen, die wir sind. Sage ich, dann sagen die, weil man sich verplappert, sei doch mal Buddhist. Und die Augen des Meisters werden schon entgeistert. Und ich sage, wenn sie sagen würden, sei doch mal Christ, das würde ich verstehen – halt Deine Fresse hin, und dann kriegste noch einen drauf. Aber bei den altern Zenmeistern gings ganz anders zu. Da gabs für „sei doch mal Buddhist“ links und rechts eine und noch einen Tritt in den Arsch dazu...

Danach im Grunewald zur Entpsannung barfuß über Stock

und Stein und Sand und in den Teufelsee.

Reflexzonenmassage und Abhärtungsprogramm für den Winter. Zudem Sinnlichkeitsübung mit Achtsamkeit auf den Weg. 180° Rundumblick. Und doch Panik bei dem Gegrunze der Wildschweine. Super, dass ich noch mal in den Wald kam

ALLMÄHLICH STEIGT MEIN LAMPENFIEBER. DAS IST IMMER SO. WENNS NICHT MEHR SO IST, STIMMT WAS NICHT, HEIßT ES. WILL ICH NICHT DRAUF EINGEHEN. ICH BIN JA SCHON AUFGEREGT.

ES IST IMMER DER MUT, DER DIE HILFE IST, EXTREMES ZU ÜBERSTEHEN UND ZU WAGEN. WOFÜR AUCH IMMER DAS WORT ODER DIE DAZU EMPFUNDENE INTERPRTATION STEHEN MAG.

DER NÄCHSTE AUFTRITT IST

IMMER DER SCHWERSTE

UND ER KÖNNTE DER LETZTE

SEIN.

ALLES GEBEN UND SICH

DOCH IM ZAUM HALTEN.

ÖFFENTLICHES GEMEINGUT. SCHNELL DER NEUESTE BESTE FREUND UND GENAUSO SCHNELL DAS GRÖSSTE ARSCHLOCH. SO IST DAS WENN MAN ÖFFENTLICH AUFTRITT. UND DOCH SEI ES DIES ZU LEBEN. MIT LIEBE. AUCH IN DER ANKLAGE. WENN SIE DENN SEIN SOLL. BEI ALLER QUAL, VORALLEM DER DES ARMEN POETEN, KÜNSTLERS WELTVERBESSERER, DER EXISTENZÄNGSTE ICH HABE DIES ZU TUN.

IN ALLEN GROSSEN SCHRIFTEN UND RELIGIONEN STEHT ES GESCHRIEBEN, HAST DU EINE KÜNSTLERISCHE FÄHIGKEIT HALTE SIE NICHT IM STILLEN KÄMMERELIN, GEHE HERAUS UND BEGLÜCKE DIE MENSCHEN. BESSER NOCH ALLE LEBEWESEN.

ICH WILL VORBILD SEIN.

TROCKENER ALKOHOLOKER

EXISTENZGEFÄHRDET

MITTE 40

OHNE FESTEM EINKOMMEN

GIBT NICHT AUF.

GEHT SEINEN WEG

WOHIN ER AUCH

FÜHREN MAG.

28102006

CHEZODO KOREA INSEL

DIE DIKTATOREN GINGEN

DIE GÖTTER BLIEBEN

FRAUEN TAUCHEN

SEIT TAUSENDEN JAHREN

NACH MEERESFRÜCHTEN

OCTOPUS WIRD LEBEND ZERHACKT

EINZELNE GLIEDER BEWEGEN SICH

AUF TELLERN MIT SAUCE

WABBERNDE DELIKATESSE

KUSCHELN PUR

ABKUSCHELN

GÄSTEBADETÜCHER

17112006

mattgrau

MÜLLBILDER

in Mannheim

Galerie PENG!

Meine Müllrede:

ALLES MÜLL

ÜBERALL.

DAMALS WIE IM TRAUM UND AUCH IM WACHZUSTAND. WOHLSTAND STEHT NAHE DER GIER. DEM ANHÄUFEN.

NICHT AUS VORRAT AUS GIER ERZEUGTER BESITZ.

VIELFACH NACH ABLEBEN ALS HINTERLASSENSCHAFT DANN DER ABFALL. FÄLLT ERST AB NACH DEM ABLEBEN. BLEIBT AUF ERDE. UNSER PLANET ERDE.

WIRTSCHAFT IMWACHSTUM.

GEIL IST GÜNSTIG. GREIFEN SIE ZU. DER RIESENGREIFER IM MÜLLBUNKER SCHWENKT ÜBER DIE MASSE UNNATÜRLICHKEIT. EKELIG. KANN GESAGT SEIN.

SCHÖN SCHÖNES WETTER. WIRD GESAGT. SOMMER IM NOVEMBER. KLIMA KIPPT SCHNELLER ALS GESAGT.

SEHR BEDENKLICH.

KLIMA KOMMT NICHT AUF DIE KIPPE. DIE GLOBALE ERWÄRMUNG ALS ANFANG VOM ENDE DER MÜLLZEIT DER ERDE IM ZEICHEN DER MENSCHHEIT

.HALTESTELLE-OGGERSHEIM. HIER IRGENDWO WOHNT HERR DR.KOHL.ALTBUNDESKANZLER. BUNDESKANZLERIN FRAU DR. MERKEL WAR IM BUNDESKABINETT VON DR. KOHL DIE BUNDESUMWELTMINISTERIN. WARUM IST UMWELTPOLITK NICHT DAS HAUPTANLIEGEN VON FRAU DR. MERKEL? WAR DAS NUR EIN AKT PER POLITIK EIN KABINETTSTÜCKCHEN? SIE KOMMT DOCH AUS DER DDR EINEM STAAT DER EINER DER GRÖBSTEN UMWELTVERSCHMUTZER UND NATURZERSTÖRER DER ERDGESCHICHTE WAR.

UND WIR, DAS VOLK, DESSEN GRÖSSTER ANTEIL DER DEUTSCHSTÄMMIGEN BEVÖLKERUNG, WIE AUCH FRAU DR.MERKEL, EINE GENERATION OHNE KRIEG IST.

SCHEINBAR. KONSUM IST UNSER KRIEG! KRIEG ICH NOCH EIN STÜCKCHEN KONSUM? SEHR GERNE. DARFS AUCH EIN STÜCKCHEN MEHR KONSUMKRIEG SEIN? ICH PACK ES IHNEN AUCH GERNE EIN UND WAS SIE NICHT SCHAFFEN, KÖNNEN SIE JA WEGSCHMEISSEN.

WIE REFLEKTIEREN, WAS DA ANGESTELLT WIRD IN DEN STÖRFELDERN DER MATRIX, WO DIE CHAOSTHEORIE NICHT MEHR GILT. AUF DEN DEPONIEN DEN SCHLACHTFELDERN DER K ONSUMKRIESGMÜLLGESELLSCHAFT.DURCH DIE SCHLOTE DERABFALLBESEITIGUNGSWERKE, DEN KREAMATORIEN DER KONSUMENTEN, HINEIN IN DIE STRATOSPHERE ZURÜCK IM NOVEMBERSOMMER.

KANN DA DENN KUNST HEILEN?

JA. MÜLLMOMENTE EIN BLICK IN DEN MÜLL EIN BLICK IN DIE VERGÄNGLICHKEIT EIN BLICK IN EINEN KOSMOS DES KONSUMKRIEGES. EIN MOMENT, DER NICHT WIEDER KOMMT.

TEMPORÄRE KUNST. FÜRWAHR, ICH MOGELE DIE MÜLLZEIT SCHÖN, DA ICH ÄSTETIK IM MÜLL ENDECKTE. UNWIRTLICHE ÄSTETIK. ICH ENTDECKTE AUCH, IN DIESEM MEINIGEN ERDENLEBEN IST DIE KUNST MEINE PASSION UND DER MÜLL MEINE MISSION.

DIE KUNST, DAS MÜLLLOCH.

DAS ZEITVOLUMEN,

DER UNTERSCHIED

DER ZWISCHENTEIL

AUF DEM WEG ZUM MÜLL,

DER HINTERLASSENSCHAFT DER MENSCHHEIT. FOLGLICH:

KONSUMIEREN SIE KUNST.

WEGEN MIR KONSERVIEREN SIE AUCH DIE KUNST. AUSDRUCKSKUNST, EIN ANSATZ FÜR DAS WAHRE

DER KUNST. AUCH ALS WARE KUNST.

18112006

PENG!

GALERIEDIENST. NUN BIN ICH IN MANNHEIM UND SCHON HABE ICH AUCH HIER DEN GALERIESCHLÜSSEL... INMITTEN MEINER MÜLLBILDER. WAS FÜR BILDER WAS FÜR EIN THEMA. EINER MUSS ES JA ZEIGEN. DER ANFANG IST GETAN. EINE AUSSTELLUNG NUR MIT MÜLLBILDERN. DIE GÜNSTIGEN GINGEN WEG. MÄCHTIG DIE GROSSFORMATIGEN

DEPONIEFOTOGRAFIEN.

GESTERN BEI DER VERNISSAGE NACH DER MÜLLLESUNG ERSCHIEN ARTUR, AUSLÄNDER AUS POLEN, WIE ER SAGT. PACKTE DANN SEINE GEIGE AUS UND BEGLEITETE MICH

ZUR AKUSTISCHEN GITARRE UND GESANG.

DANN ERSCHIEN WERNER UND HOLTE NOCH SEINE TROMPETE. SPÄTER GLÄNZTE ER NOCH MIT EINEM GRANDIOSEN EIGENSTÄNDIGEN LAUTGESANG.

MUSIK VERBINDET UND IST GRENZENLOS.

WIR HATTEN GROSSEN SPASS UND HABEN MENSCHEN GLÜCKLICH GEMACHT. DAS IST DAS SCHÖNSTE UND WERTVOLLSTE. WAS ZÄHLT DA DAS GELD, DAS KAUM VORHANDENE. ZUM ÜBERLEBEN BRAUCHT MAN ES UND

UM WEITER MUSIKKUNST ZU SCHAFFEN.

20112006

RÜCKWEG MANNHEIM BERLIN.

FÜR WENIG AN ERWARTUNG EIN VOLLER ERFOLG.

FÜR VIEL AN ERWARTUNG ZU WENIG. DAS LIEGT

DANN WIE IMMER AN DER WERBUNG AN EINLADUNGEN.

PRÄSENZ GEZEIGT. SCHRITTE IN DIE ENTSCHEIDENDE RICHTUNG. EIN RASTAPAAR MITTE 20 MIT 3JÄHRIGEM

KIND HÖCHST INTERESSIERT AN DEM THEMA MÜLLKUNST GREENPEACEMITGLIEDER.SIESIND UNSERE ZUKUNFT.

DIE ETABLIERTE 40PLUS GESELLSCHAFT NÜTZT DEN KREATIVEN EINEN SCHEISSDRECK WENN SIE MÜLLKUNST BEWUNDERN UND DIE WERKE NICHT KAUFEN SONDERN WIE SOVIELE DEM KONSUM VORALLEM IN FORM VON FRESSEN UND ALKOHOL SAUFEN VERFALLEN. WIE DIE BEIDEN DICKEN MIT MOLLENFRIEDHOF IN DEM SECHSERABTEIL. DER IM ANZUG SCHNARCHT. DER IN ARMYHOSE STINKT.

IMMER NOCH ZUVIEL BLÄTTER AN DEN BÄUMEN. WÄRME IST JA WUNDERBAR ABER URSPRÜNGLICH BEGINNT JETZT DER WINTER. DAS MACHT MICH MEHR ALS NACHDENKLICH. NACH DEM TOD GEFEIERT UND BERÜHMT WEICHT DER KLIMAKATOSTROPHE.

MEINE KONSEQUENZ NUR NOCH MÜLLBILDER. NICHTS MEHR SCHÖN MALEN. NUR DIE ÄSTHETIK DES MÜLLS AUF/ZEIGEN. ALS REFERENZ AN DAS VERGÄNGLICHE DER SCHÖNEN KÜNSTE. EINFACH GESAGT= MIR BLEIBT NICHTS ANDERES ÜBRIG EINER MUSS ES AUF/ZEIGEN. ICH WERDE ES TUN.

SELBST ZWEIFELNDER BIS INS HEMMUNGSLOSE GEGANGENER KONSUMENT VORALLEM IN FORM VON ALKOHOHL. ANDERES THEMA.

DIE DICKEN SCHLAFEN, SCHNARCHEN, SCHNAUFEN UND STINKEN UNVERMINDERT WEITER VOR SICH HER...

04122006

IM ZUG. MIT ZUGANBINDUNG. GÜNSTIGER UND VOLL. IM BISTRO DARF AUCH IM STEHEN NICHT MEHR GERAUCHT WERDEN. DANN EBEN NICHT.

RAUCHERABTEIL AM ENDE DES ZUGES BESTIMMT ÜBERVOLL.

NOCH EINE STUNDE ZUGFAHRT.

DIE AUFGABE IM ZUG EINIGES ZU SCHREIBEN, FIEL WEGEN ERHÖHTEM PASSAGIERAUFKOMMEN UND DARAUS RESULTIERENDER LUSTLOSIGKEIT NAHEZU AUS. MDS ABGEHÖRT UND BETITELT. VON UNPLUGGED GUITAR ÜBER LESUNEN BIS TECHNO. THATS ME MATT GRAU.

GESTERN IM KÜNSTLERHAUS BETHANIEN ZUR FINISSAGE DER QUERFORMAT19 MIT AMBIENT BEATS (MC 303 E GITARRE UND GESANG) EINE MENGE SPASS

GEHABT UND WIEDER MENSCHEN LACHEND TANZEND GLÜCKLICH GEMACHT. WAS WILL MAN MEHR.








mattgrau.com Matt Grau Berlin Kunst Musik Lesung Film Video Veranstaltungen Performance Lesung Elektro Music Akustische Gitarre Gesang Trommel


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